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Coronavirus - sind die Börsen zu Recht infiziert?


Man kann es übertreiben. In der Berichterstattung und im Umgang mit dem Coronavirus zweifelsfrei in beide Richtungen. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass auch Aktienmärkte zu starken Übertreibungen neigen. Ebenfalls in beide Richtungen. Das gilt unverändert auch für die Zeit vor, während und nach dem Coronavirus.

Ende Februar 2020 war die Richtung klar ins Minus. Zahlreiche europäischen Börsen - wie auch beispielsweise der deutsche Aktienindex (DAX) mit einem Minus von über 13 Prozent - verbuchten die schlechteste Woche seit der Finanzmarktkrise im Jahr 2008. Ist das jetzt eine günstige Einstiegsgelegenheit oder der Beginn des großen Ausverkaufs? Unsere ehrliche Antwort an Sie: Wir wissen es nicht, die Psyche der Anleger spielt dabei definitiv eine größere Rolle als die Auswirkungen des Coronavirus auf die Menschheit.

Was wir wissen: Langfristig wird man am Aktienmarkt mit Qualität und breiter Streuung sehr gut fahren. Und was wir gut können: Sachlich zu analysieren. Das haben wir für Sie anhand der Allianz-Aktie gemacht. Diese ist Ende Februar vom Höchstkurs um bis zu 17,50 Prozent gefallen. Unbestritten. Sollte es zu einer globalen Rezession kommen, wird auch die Allianz darunter leiden. Ansonsten ist das Coronavirus (eine grippeähnliche Erkrankung, welche bei den meisten Menschen gar nicht ausbricht) für dieses Unternehmen mittel- bis langfristig wohl nicht die große Bedrohung. Ein Blick auf die Zahlen, ob der Aktienkurs des Unternehmens vor Ausbruch des Virus schon zu hoch war:

Stellen Sie sich vor Sie hätten am 21.02.2020, nachdem die Allianz sehr gute Geschäftszahlen vorgelegt hat und der Kurs das Allzeithoch erreichte, das ganze Unternehmen zum aktuellen Börsewert gekauft. Hätte Sie rund 97 Mrd. Euro gekostet. Dafür würde Ihnen als Alleineigentümer der gesamte Gewinn zustehen. Das wären 11,86 Milliarden Euro vor Steuern im Jahr 2019 gewesen. Das entspricht 12,22 Prozent Ihrer Investition (Eigenkapitalrendite). Würden Sie dagegen diese 97 Mrd. in österreichische Staatsanleihen oder am Sparbuch investieren bekommen Sie derzeit statt 12,22 Prozent Ertrag de facto Null.

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Mit dem Tiefstkurs vom Freitag (28.02.) würde Ihnen das gleiche Unternehmen nur noch 80 Milliarden Euro kosten. Bleibt der Gewinn gleich würde sich Dein Kapital nun mit 14,81 Prozent verzinsen. Damit Sie weiterhin wie letzte Woche auf 12,22 Prozent Ertrag kommst könnte der Gewinn der Allianz-Versicherung sogar um 2,07 Milliarden Euro einbrechen. Das ist bei dem Geschäftsmodell der Allianz und den sehr konstanten Zahlen der letzten Jahre - ebenfalls in einem sehr herausfordernden Umfeld - ein sehr pessimistisches Szenario.

Aber backen wir mal generell kleinere Brötchen und schauen wir nur auf die Dividendenauszahlung der Allianz, also der jährlichen Gewinnausschüttung an die Aktionäre. Die wird für das Geschäftsjahr 2019 voraussichtlich rund 4 Milliarden betragen. Zum Höchstkurs vom 21.02. hätte das eine Rendite von 4,13 Prozent für jeden Aktionär bedeutet. Seit 2008 war die Gewinnbeteiligung / Dividende immer zwischen 3,7 und 6,1 Prozent des Jahresendkurses der Aktie. Selbst wenn der Aktienkurs in dieser Zeit nicht gestiegen wäre, hätte man in Zeiten niedriger Zinsen ein gutes Investment in Händen gehalten. Durch den niedrigeren Kurs ist auch die Dividendenrendite wieder auf 5,0 Prozent gestiegen. Wenn man mit Kursschwankungen gut leben und umgehen kann und idealerweise auf mehrere derartiger Unternehmen setzt sehen wir im aktuellen Umfeld keinen Grund zur Panik. Sie müssen übrigens nicht die ganze Allianz auf einmal kaufen, die von uns für Sie errechneten Zahlen sind 1 : 1 auf jeden Kleinaktionär umlegbar.

Ein ganz anderes Bild zeichnen - unabhängig vom Coronavirus - Aktien wie Tesla. Hier gab es einen astronomischen Kursanstieg der zu einer Börsebewertung von bis zu 158 Milliarden Euro führte. Ohne dabei bislang ein einziges Geschäftsjahr mit einem Gewinn abzuschließen und nicht einmal einen Umsatz von 25 Milliarden Euro einzufahren. Auch der aktuelle Kursabsturz um über 36 Prozent ist für uns kein Grund diese Aktie zum Kauf zu empfehlen. Und das hat nichts mit dem Coronavirus sondern mit dem Verhältnis Börsewert (101 Milliarden Euro) zu den vergleichsweise äußerst bedürftigen künftigen Gewinnprognosen von Tesla zu tun.

 

 

 

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